Dienstag, 2. Januar 2018

02.01.2018 Finale in Kumbo

Um halb acht kommt Father Francline, da wir unsere Fahrt nach Yaoundé planen müssen. Wir wissen noch nichts und ich denke er hat auch nur eine Ahnung. Okay er kommt dann doch erst um halb neun, aber wir reden und planen - schließlich auch über den Zustand der Hütte der beiden. Er nimmt sich einen Schlüssel mit und möchte am Nachmittag den Gasherd austauschen. Der jetzige hat schon zwei mal gebrannt und es geht sowieso nur eine Flamme. Wir sprechen auch über den anstehenden Dienst der beiden und die Probleme mit den Visa.

Morgen um fünf geht es also los. Mein letzter Tag in Kumbo, das muss gebührend begangen werden. Zuerst gehen die Mädels in Bischofshaus um die Unterlagen für ihre Visaverlängerung zu holen. Ich bleibe zu Hause und Spüle, mache sauber, erzähle mich den Kindern und warte auf Claris, die Mitte Februar als neue Freiwillige nach Wicker kommt - bzw. in Weilbach in der Kita arbeiten wird. Sie ist doch etwas ruhig und scheu, aber sehr sympathisch. Ich glaube sie wird es in nicht leicht haben sich in unsere Welt einzufinden.

Schließlich fahren wir mit dem Taxi nach Mbve auf den Markt mein Weihnachtsgeschenk abholen (ein Maßgeschneidertes Hemd) und ein paar frische Sachen für die Fahrt einkaufen.

Unsere Schneiderin in Mbve

Auch holen wir Geld am Automaten, denn es kann sein dass die Mädels ein paar Tage in Yaoundé bleiben müssen, wenn es Probleme mit der Verlängerung gibt.

Dann fahren wir nach Squares und setzen uns in den Schatten der Kathedrale und genießen den Trubel. Mr Paul trifft uns und übergibt mir ein paar Briefe für Deutschland mit. Er ist ein beeindruckender Mann und wir wünschen uns ein herzliches „auf Wiedersehen“.

Therese kommt und wir gehen etwas zusammen essen in einem „Restaurant“, wo auch sie noch nicht war und wo es lauter regionale Sachen gibt. Ich esse wieder Ndole, diesmal mit gekochten Yams. Ich zahle am Ende für alle 2400 Francs und wir sind richtig satt.

Dann kommt nach Flora dazu und wir wechseln in eine Bar zwei Häuser weiter. Unterwegs treffen wir noch Erasmus, der in einer Kneipe sitzt und sich herzlich von mir verabschiedet - nicht ohne nochmal von den Notebooks zu reden. Ich trinke ein irisches Bier (nein, Guinness trinken die anderen, ich trinke Harp).

Abschied - nur für mich

Leider ist die Musik dort ziemlich laut, aber es gibt viel zu sehen.

Blick auf die Kreuzung in Squares

Philip kommt dazu, der mir noch einen Stapel Briefe für Deutschland übergibt. Als es schließlich komplett dunkel ist und Didimos aufgetaucht ist verabschieden wir uns von Flora und bringen Therese nach Hause.

Dort treffen wir gerade Thereses Mutter Elisabeth in der Feuerküche beim Gari rösten an und sie ist ein bisschen sauer, dass sie nicht wusste das ich jetzt schon gehe.

Gari in der Feuerküche von Elisabeth

Das ist so archaisch mit dieser Feuerküche, überhaupt nicht schmutzig oder stinkig, einfach, aber gemütlich. Schließlich hat sich dort die ganze Familie versammelt und die Wärme der Situation kommt nicht mehr nur vom Feuer. Percy drückt mich, die anderen erzählen was wir gemeinsam erlebt haben und Therese ärgert wie üblich Christina und Eli wegen irgendwas. Der Abschied fällt mir wirklich schwer, aber mit Blick auf die Zeit und die Tatsache dass noch niemand etwas für morgen gepackt hat mache ich dann den Anfang. Sie überreichen mir einen kleinen Sack geröstetes Gari und ich verspreche es mit meiner Familie zuhause in ihrer Gedenken zuzubereiten.

Wir gehen zurück zu Squares, kaufen noch 12 Liter Trinkwasser und verabschieden auch Philip. Mein letztes mal Bikefahren durch die Nacht. Als wir das letzte Stück vom SAC laufen kommt von hinten Father Francline mit Father Ruben angebraust und sie nehmen uns das letzte Stück mit. Aus  Nachmittag ist dann 20 Uhr geworden, aber sie bringen tatsächlich einen neuen Garherd. Ich schneide gerade den Schrank aus und zeige ihm die Löcher in der Außenwand, da steht Sr Miriam Dominique in der Tür und bringt auch noch ein paar Briefe.

So viele liebe Menschen habe ich hier kennen gelernt. Und Flora kommt es so vor, dass es mehr wie zwei Wochen war. Mir irgendwie auch. Inzwischen kann ich mich ziemlich unbeschwert hier bewegen, verstehe einiges mehr wenn man mit mir Pidgin spricht. Soll ich wirklich gehen wenn es am schönsten ist? Ich kann mir nicht vorstellen hier nicht noch einmal herzufahren. Es war ein sehr würdiger und schöner letzter Tag und diese Freunde haben mich in diesen letzten Stunden quasi zur Türe ihres Hauses begleitet. Danke für alles!

Montag, 1. Januar 2018

01.01.2018 Ein Geschenk Gottes

Nach der ausgedehnten Nacht die wir noch mit einem „Dinner for one“ abgeschlossen haben, haben wir uns entschlossen, heute morgen nicht in die Messe zu gehen. Ich bin aber um sieben Uhr aufgestanden und mir ist aufgefallen, dass ich für die letzten Nächte noch gar nicht bezahlt habe. Erst später erzählt mit Father Francline dass ich eigentlich überhaupt nichts zahlen sollte. Aber das finde ich total doof, ich nehme ja eine Leistung entgegen und kann mal schön wenigstens die hiesigen Preise bezahlen. Aber Geschenke ablehnen geht gar nicht. Und die kamerunischen Gäste in Deutschland die normalen Preise bezahlen lassen..?

Eli bekam gegen fünf eine SMS von Edith: Es ist ein Junge! 4300 Gramm und allen geht es gut. Als die Kinder von Edith bei uns auftauchen wissen sie es schon, sie sind ganz stolz. Edith hat nicht lange danach bei Eli angerufen und wir kündigen unseren Besuch an. Marie kommt aber noch mit einer großen Tasche mit schmutziger Kleidung und möchte sie bei (oder mit) uns waschen. Schließlich brechen wir um 13 Uhr zu Fuß nach Shisong auf, da heute Ghosttown und ein Feiertag ist.

Bevor wir im Krankenhaus ankommen treffen wir unterwegs noch Caretaker aus dem Weisenhaus. Eigentlich muss man hier nur rausgehen und die Zeit vergeht wie im Flug. Bei Edith geht uns das Herz auf. Eli und Christina nehmen den neuen Erdenbürger in den Arm.

Nachwuchs in der Familie

Edith hat eine wirklich enge Beziehung zu den beiden. Auch ich habe nun das Neujahrsbaby auf dem Arm.


Wir bedauern beide dass wir nicht mehr Zeit miteinander verbracht haben. Auch Erasmus treffen wir dort. Wir machen Fotos und wünschen allen Gottes Segen.

Das Krankenhaus in Shisong ist ein schöner Ort. In der Regenzeit ist sicher alles grün und saftig, was jetzt eher trocken ist.

Atmosphäre im Krankenhaus von Shisong

Aber immer noch gepflegt und voller blühender Blumen, ähnlich wie das Pastoral Center. Hier sehe ich das erst mal so etwas wie einen kleinen Spielplatz, das habe ich noch in keinem Kindergarten gesehen.

Ein Spielplatz im Krankenhaus
Dann machen wir uns wandernd auf die Suche nach dem königlichen Wasserfall von Shisong, den mir die beiden zeigen möchten. Leider finden wir ihn nicht, aber dafür einen wunderbar ruhigen Ort in den Hügeln hinter Shisong. Hier machen wir Pause, essen Bananen und ruhen eine halbe Stunde aus.

Farne wie bei uns

Eine Hütte im Wald

Bananenstauden

Hier hat jemand seine Farm

Exoten die mir sehr gefallen

Auf dem Heimweg

Zurück in Shisong finden wir trotz Ghosttown ein Taxi, in dem wir dann zu siebt nach Squares zurück fahren. Ich war klatsch nass geschwitzt, Bike fahren ist deutlich komfortabler. Dann essen Christina und ich noch ein paar Fleischspieße aus einer Straßenküche und sind gerade noch im hellen zu Hause.

Rote Sonne über Kumbo

Blick nach Romajay

Wir duschen alle und dann kommt Norbert aus der Nachbarschaft vorbei und wir erzählen, ich koche Spaghetti mit einer Gemüsesoße und wir essen zu viert. Wir sind hundemüde. Norbert erzählt von der Neujahrsansprache von Paul Biya, der verspricht, die Straßen zu reparieren, Arbeitsplätze für die jugendlichen zu schaffen, 100 neue Health Center zu gründen und die Steuer- und Rentenverwaltung in die Hände von Northwest (nach Bamenda) zu legen. Norbert ist nicht gerade optimistisch dass das wirklich so kommt, aber das erklärt vielleicht warum es heute so ruhig auf den Straßen war.

Morgen wird ein voller Tag. Mein letzter in Kumbo. Es gibt noch so viel hier zu erleben, aber jetzt stehen die Zeichen auf Abschied. Seufz. Ich gehe bei Vollmond zurück zu meinem Schlafplatz.

Vollmond am Pastoral Center

Als ich „damals“ in Kumbo ankam war Neumond. Ich hoffe alles geht gut und wir kommen rechtzeitig in Yaoundé an. Bis jetzt hat Father Francline noch nicht auf die wiederholten Fragen der beiden reagiert. Aber ich vertraue mich meinem Optimismus an. Habe ich welchen? Kontrolle abgeben, den Moment genießen ;)

Sonntag, 31. Dezember 2017

31.12.2017 Vollmond und Sterne statt Böller

Das hat schon was am Sonntagmorgen früh aufzustehen, schon vor dem Frühstück durch die frische Luft zu gehen und einen schönen Gottesdienst zu feiern. Die Messe in unserer neuen Kirche von Bamki’Kay wurde heute morgen von Bischof George zelebriert. Es war so voll, dass wir gerade noch einen Platz bekommen haben. Die alte Kirche war für die wachsende Gemeinde zu klein geworden, deswegen haben sie eine neue gebaut und kurz vor Weihnachten erstmals benutzt. Heute ist das Fest der heiligen Familie und er hat das Motto „a Family that prays together stays together“ ausgerufen. Die Musik und der ganze Gottesdienst wurde heute nicht über Lautsprecher sondern rein akustisch gehalten. Ich fand das wirklich viel schöner, auch wenn ich das Pidgin nicht gut verstanden habe.

Die neue Kirche in Bamki'Kay

Bei uns halbiert sich die Zahl der Katholiken halbiert sich alle 11 Jahre, es werden Kirchen geschlossen und für die riesigen Pfarreien bleiben so wenige Priester, dass sie in Managementaufgaben ertrinken und kaum noch von Seelsorge gesprochen werden kann. Hier werden neue Parishes gegründet, mit den knappen Mitteln große zweckmäßige Kirchengebäude hochgerissen und es gibt mehr Priester wie Pfarreien. Für Kirchen kleiner Siedlungen, die hier Mission Stations genannt werden, gibt es regelmäßig Gottesdienste. Das was die Kirchen (nicht nur die katholische) hier anbieten passt und unterstützt wirklich die Lebenswelt der Menschen. Sie kommen über alle Generationen hinweg zu den Messen und so wie ich das wahrgenommen habe auch sehr gerne. Ich hatte früher als Kind so ein Gottesdienstbuch, in dem ein Bild war von jeder Menge Menschen, die am Sonntagmorgen zur Kirche strömen. Hier habe ich das das erste mal in echt gesehen - und zwar um 6:30 Uhr. Sicher arbeiten viele ja danach noch.

Ich bin überfordert zu erklären, warum hier die Vergemeinschaftung so viel besser läuft. Die Gemeinde begreift sich trotz der Größe als Familie, die miteinander betet und zueinander steht, sich gegenseitig unterstützt. Aber die existenziellen Fragen der Menschen sind hier auch wirklich spürbar. Und wir kümmern uns am Sonntag vor allem um unsere Erholung, Freizeit und Geld, also ein bisschen mit Luxusdingen. Wir müssen nicht täglich kämpfen, wir müssen mit uns selbst klar kommen. Der Anteil der Muslime liegt hier übrigens mit 30% deutlich über unserem. Es gibt noch die Baptisten und Reformierten.

In der Nachbarschaft der neuen Kirche

Um 9 Uhr gibt es hier ein ausgedehntes Frühstück mit Reis und Erdnusssoße von gestern. Danach machen wir einen Sonntagsspaziergang zu einer Höhle keine halbe Stunde Fußweg von der Hütte der beiden.

Der Weg zum Wasserfall

Wir laufen durch ein für die Trockenzeit sehr üppig grünes Tal, eher eine Klamm, klettern an Felsen nach unten.

Keine 15 Minuten von der Hütte der beiden

Palmzweige dienen auch als Brücke

Wir stehen schließlich in einer Höhle vor der der Bach einen kleinen Wasserfall bildet.

Eine Wellnessdusche

Wie im Paradies

Und der Bach fließt dann durch den vorderen Teil der Höhle wieder nach draußen. So was schönes. Wir machen ein paar Fotos.




Die Mädels waren jetzt zum dritten Mal hier und nicht zum letzten Mal. Ihre Mitfreiwilligen kennen die Höhle noch nicht und sie nehmen sich vor sie ihnen bald zu zeigen.

Auf dem Rückweg laufen wir durch die Schule von SAC. Da ja Sonntag ist sind alle Räume verlassen und wir können ein bisschen durch die Fenster schauen und den Schulalltag erahnen. Das Niveau der Tafelanschriften ist überraschend hoch.

Klassenzimmer der Oberstufe

Drehmoment auf Oberstufen-Niveau

Und die Grundschule hatte gerade einen Test in Geographie und Landeskunde - auch hier lohnt sich das lesen. Mich überrascht wie sehr die Kinder in Kamerun auf Europa schauen.

Tafel in der Grundschule

Silvester wird hier nicht wirklich gefeiert. Die Menschen haben kein Geld für sowas. Die Kinder schlafen einfach, die Erwachsenen sind deswegen zuhause und morgens um halb sieben ist ja wieder Gottesdienst. Wir machen ab drei ein ausgedehntes Mittagsschläfchen und kochen uns ab sieben Uhr einen leckeren Nudelauflauf - auf zwei mal, weil die Auflaufform (Backform) nur zwei Portionen fasst. Danach Plätzchen, Eli spielt Weihnachtslieder und wir trinken Kakao.

Vollmond zu Sylvester

Nudelauflauf ohne Käse

Wir gehen mit einem Vollmond im Zenit ohne Taschenlampe um viertel vor zwölf nach draußen auf den Bischofshügel zu einem schönen Platz mit Aussicht über die ganze Stadt. Tatsächlich! An zwei Stellen sind Knaller zu hören, hinter Squares sogar ein paar Raketen. Ansonsten ist der Stadt das neue Jahr nicht anzuhören. Schüsse klingen anders sagt Eli. Wir umarmen uns um Mitternacht und sprechen über die Dinge, die uns im neuen Jahr erwarten.

Frohes neues Jahr

Ruhiges Sylvester über Kumbo

2018 also. Viel Neues wird es für mich bringen. Vor allem eine neue berufliche Herausforderung mit neuen Menschen an einem neuen Ort. Wenn ich hier in dieser lauen Sommernacht stehe, kann ich doch richtig Silvester spüren, so wie das auch mit Weihnachten war. Aber der so ganz andere Alltag zu Hause ist mir noch sehr fern. Ich bin fast gespannt darauf wie sich das anfühlt als Warmduscher wieder online zu sein, und wie Kamerun bei mir bleiben wird.

Samstag, 30. Dezember 2017

30.12.2017 Ein ruhiger Tag

Als ich zuhause in Deutschland darüber nachgedacht habe was ich hier gerne machen möchte, ist mir sehr bald eingefallen, dass ich mir dringend den Mond und die Sterne hier ansehen muss. Beides ist hier (fast) am Äquator ja ganz anders. Den Mond habe ich in Kumbo gleich in der ersten Nacht begutachtet - tatsächlich: die Sichel liegt!

tatsächlich: die Sichel liegt

Abendstimmung auf SAC

Und der Sternenhimmel ist hier auf 2000 Meter atemberaubend, aber ich bin einfach zu müde. Ich pack’s nicht. Andere Sachen sind einfach wichtiger. Also irgendwie ist das schon komisch. Die existenziellen Sorgen lassen keinen Raum für solche Luxusthemen.

An diesem Morgen bin ich gegen 8 Uhr bei den Mädels und schaue mir einiger meiner Fotos an. Mir wird klar dass auch die Fotos die wesentlichen Dinge nicht erklären. Aber es wird klar dass man sich in dieses Land schon verlieben kann. Selbst in der staubigen Trockenzeit. Unsere morgendliche Besucherin Marie ist heute besonders leise und freundlich zu mir. Und so schlafen die beiden bis 10 Uhr. Nach dem Frühstück bügelt Eli und dann waschen wir unsere roten Kleider bis sie wieder ein paar andere Farben zeigen. Das sollte für mich jetzt bis zu meiner Abreise reichen. Der Wäscheständer ist schon die ganze Zeit total wackelig und da jetzt noch die Leine gerissen kommt das auf die Einkaufsliste. Ich habe mein Taschenmesser in einer Hose von mir wiedergefunden und hobele damit die beiden Türen von Eli so dass sie nicht mehr so krass krachen wenn man sie aufmacht. So nimmt der Tag seinen Lauf, ohne dass es irgendein Treffen oder Termin gibt. Auch ganz schön.

Um 14:30 Uhr fahren wir mit zwei Bikes und drei Rucksäcken auf den Markt nach Mbve um unsere lange Liste abzuarbeiten. Da am Montag wahrscheinlich Ghosttown ist müssen wir ein paar Vorräte anhäufen.

Erdnüsse in allen Arten

Wir waren bei der Schneiderin und die zwei Sachen abzuholen die sie für mich gemacht hat. Der Stoff und das Hemd sieht spitze aus, aber es ist zu klein. Wahrscheinlich hat sie die Maße nicht sauber abgenommen oder nichts für die Nähte zugegeben. Am 2. muss ich also nochmal hin.

Bei der Schneiderin in Mbve

Die Mädels haben heute durch einen Zufall das erste mal in Lamnso eingekauft. Eine Marktfrau hat sie lächelnd auf Lamnso angesprochen und gefragt was sie kaufen möchten. Sie hat das eigentlich nicht ernst gemeint, weil Weiße das eigentlich nicht können. Und die beiden haben sich kurz ausgetauscht und dann auf Lamnso eingekauft. Die Frauen hinter dem Stand fanden es so toll, dass die beiden das einigermaßen können. Das ist für die Menschen hier so eine große Wertschätzung wenn man ihre Heimatsprache verwendet. Ab und zu haben sie sich auf englisch rückversichert. Als wir bezahlt hatten haben die beiden sich abgeklatscht und das fanden die Frauen erst recht toll! Lamnso ist die Sprache des Nso-Volkes, dass sich ausschließlich auf Kumbo und seine umliegenden Dörfer erstreckt und durch den hiesigen Fon vertreten wird. Wirklich geschrieben wird Lamnso eigentlich nicht, aber hier in der Hütte hängt ein Lamnso Alphabet mit Bildchen für die einzelnen Buchstaben. Die Sprache hat ein deutsches Lautspektrum und wenn wir einen Lamnsotext vorlesen klingt das ziemlich gut. Lamnso hat nicht nur Laute sondern unterscheidet auch deren Betonung am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Wortes.

Die Mädels lieben es nach Stoffen zu suchen

Wo wurden die nochmal bedruckt?

Wieder zuhause geht es ans kochen und wir essen Reis mit einer afrikanischen Erdnusssoße nach einem Rezept von Flora. Verschiedene Sorten von Erdnüssen wachsen hier und sind sehr günstig. Man kann sie sich gleich am Stand mahlen lassen und wir haben bisher jedesmal Erdnüsse gekauft. Christina hat eine Sorte mit Öl und Salz angeröstet - köstlich. Die Soße selbst hat mir nicht so gut geschmeckt, ich hätte mir noch nachwürzen können.

Abends macht Eli dann noch Kartoffelchips in der Pfanne und ich habe ganz frische Avocados zu einer Guacamole gemacht. Wie gesagt: zum Abnahmen kommt man hier irgendwie nicht.

Der Tag so ganz ohne Kontur hat mir gut getan. Ich habe durch die trockene Luft und den Staub oft Nasenbluten aber ansonsten bin ich sehr entspannt was Ameisenbisse, Wespen und Moskitos angeht. Heute habe ich das erste mal über die nächste Woche nachgedacht und dass es schon wieder zu Ende geht mit meinem afrikanischen Familienbesuch. Aber es gibt noch viele Stunden und Momente zu erleben und zu genießen. Heute hat Eli mir auf dem Markt gesagt: Merk dir den Geruch die Geräusche und die Atmosphäre für Zeiten, in denen es dir nicht gut geht. Ich glaube sie hat recht. Ich bemühe mich. Morgen früh um halb sieben ist die Messe in Bamki-Kay.

Freitag, 29. Dezember 2017

29.12.2017 Karneval und Kontemplation

Ohne krasse Träume und noch erfrischt von der Dusche am Abend wache ich auf und mache mich um 7 Uhr auf den Weg zu Eucharia, der ich versprochen habe ihr Laptop zu reparieren. Vorher gehe ich noch bei Erasmus vorbei und hole mir die Tastatur wieder ab. Dabei erfahre ich, dass wir gestern bei unserer Wanderung Erasmus‘ Elternhaus gestreift haben und er ist ganz traurig, dass wir nicht bei seinen Eltern reingesehen (ich kenne kein gute Übersetzung für “to come and greet”) haben.

An der Tür des Agricultural Training Office

Eucharia ist leider erst um fünf vor halb neun aufgetaucht und es tat ihr wirklich leid das vergessen zu haben. Ich bin so was von entspannt, aber das wäre nicht so gewesen, wenn ich an ihrer Stelle gewesen wäre. Daher tat sie mir wirklich leid (das ist der Moment wo man in Lamnso „ashia“ sagt ;). Wir haben dann nichts mehr gemacht und ich bin zurück den Berg hoch zum Pastoral Center, weil um neun Uhr der Gottesdienst und die Weihnachtsfeier beginnen sollte. Ich hatte mich um neun Uhr mit den Mädels dort verabredet, aber auch sie kamen nicht. Ich habe auf Nachfrage erfahren dass der Gottesdienst frühestens um 10 Uhr beginnt. Also bin ich zu ihnen gegangen und sie haben mir erzählt das Eucharia sie angerufen hat, der Gottesdienst beginnt erst um elf Uhr. So ist das wenn man in der heutigen Zeit offline ist.

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Weißbrot, Margarine und Marmelade gehen wir zum Gottesdienst. Zu dieser Weihnachts- und Jahresabschlussfeier sind (außer dem Chor der Kathedrale) nur geweihte Menschen eingeladen. Da wir keine richtige Einladung bekommen haben (Bischof George hat uns nach dem Weihnachtsgottesdienst abgepasst und uns mündlich eingeladen) fühlen wir uns einigermaßen fehl am Platz, obwohl wir doch einige der Anwesenden kennen. Flora hat heute ab sechs Uhr den Gottesdienstraum im Pastoral Center geschmückt und das Fest vorbereitet, war aber zum feiern nicht da. Ich glaube sie macht das "professionell". Es sind etwa 50 Priester und mindestens genauso viele Ordensschwestern da. Bischof George zelebriert und Predigt.

Das Evangelium erzählt vom alten Simeon, der sein leben lang auf den Retter gewartet hat und ihn dann in einem kleinen Kind erkennt. Bischof George spricht über die anglophone Krise und darüber, dass wir eine Dämmerung erahnen können, wie Simeon das Kind, das Tageslicht ist noch verborgen. Er ermahnt alle dringend, nicht eine politischen Position oder Partei zu unterstützen sondern konsequent auf dem Pfad der Gewaltlosigkeit und der Versöhnung zu bleiben. Heute morgen habe ich im Caritas Office eine coole Karikatur gefunden, die schön zum Ausdruck bringt, wie sich die Menschen in der NW-Region fühlen müssen


Der Chor singt auch nach dem Gottesdienst, denn es folgt eine Feierstunde mit Aufführungen, die uns doch sehr an den deutschen Karneval erinnern. Die Daughters of the devined Zeal (die mit dem Steinofen im Hof) moderieren den Nachmittag. Die Kindergruppe der „Little Lambs of Marie“ bringt eine herzerweichende Weihnachtsperformance mit extremem Unterhaltungswert. Für alle, die den Messiah schon mal auf Englisch gesungen haben:



Und für die krasse Musikalität der kleinen Leute



Am Ende tanzt der Bischof bei der Zugabe mit. Der Chor singt zwei Kirchen Songs zu einer bayrischen Marschmusik. 



Ich konnte nicht anders und habe es mit dem handy gefilmt. Der Chor hat das eine oder andere Problem mit der Intonation, aber sie singen so kräftig und mit Spaß dass einem das Herz aufgeht. Selbst beim auf-die-Bühne-gehen wird die Zeit ausgenutzt



Ich wünsche meinem Bruder Christof auf jeden Fall einmal dieses Erlebnis, denn sie haben beim von der Bühne gehen Ziahama gesungen, was ich auch vom Bauschheimer Gospelchor kenne.

Der Kathedrals Choir

Danach gibt es Essen für alle. Das volle Programm der traditionellen Gerichte in Kumbo und auf den Tischen stehen Wein und Bier im Überfluss. Ab und zu ist auch eine Limo zu sehen. Wir treffen den Pfarrer der neuen Revers-Freiwilligen und wir geben ihm die zwei Päckchen für die beiden mit. Ich habe ihm angeboten mich gerne mit Ihnen zu treffen - hier oder natürlich später in Wicker. Ich spreche noch kurz mit Father Oliver und Father Marcel, lange mit einem Father der gebürtig aus Indien kommt. Wir haben über die verschiedenen Religionen und Kulturen in Indien, Europa und Kamerun philosophiert und viel gelacht.

Nach dem Fest nehmen uns die „Sisters of Marie Morningstar“ mit nach Romajay. Dort waren die beiden während der Krisentage Anfang Oktober und sie kennen sich alle sehr gut. Ich hatte für Sr Mirijam Dominique ja zwei Päckchen mitgebracht und da hatten sie uns für heute eingeladen.

Wir fahren zu siebt in ihrem normalen Auto zu ihren Konvent, was wunderschön auf dem Nachbarhügel liegt. Vier sitzen hinten, Eli und ich vorne und Sr Theresia Imatakulata fährt. Festhalten. Da ging es wirklich ab. Wir halten noch kurz auf einer Kreuzung an um noch Umschläge zu kaufen, denn die Schwestern möchten mir noch Briefe für die deutsche Post mitgeben. Alle raus, und wieder rein. Aber genau so habe ich mir nach den Erzählungen die Basketballspielenden Sisters vorgestellt.

Im Konvent gibt es noch etwa vier Novizinnen, die zwar im Gottesdienst waren aber nicht zum Essen eingeladen waren. Eli und Christina übereichen jeder von ihnen ein Tütchen Plätzchen und ein selbstgestaltetes Taize Liederbuch mit Gebeten von Frère Roger. Auf dem Cover sieht man eine Basketball spielende Schwester. Sie freuen sich sehr und führen uns alle gemeinsam durch ihre Räume, genießen den spektakulären Blick auf Kumbo, schauen die Feuerküche,  die Tiere, die Werkstätten für Kerzen, Medizin und Seifen an. Der kleine Kater folgt uns auf Schritt und Tritt und soll es irgendwann mal mit den Ratten aufnehmen. Sie haben keinen Anschluss an die Wasserleitung und natürlich schon gar kein warmes Wasser. Daher steht in der Feuerküche immer ein großer Topf Wasser auf dem Feuer. Das Holz dafür lagert in einem Schuppen daneben, sie müssen es kaufen. Sie sind so lustig, originell und herzerwärmend.

Wir setzen uns in den Gemeinschaftsraum und sie stellen uns viele Fragen zu Deutschland und der Kirche dort, den Sorgen und Herausforderungen, zu Ansichten und Aussichten. Wir reden bis es draußen Stock dunkel ist und wir singen noch „Maria durch ein Dornwald ging“ und „Es ist ein Ros‘ entsprungen“ mit der mitgebrachten Gitarre und übersetzen den Text. Wir gehen dann in die Kapelle zur Anbetungsandacht. Das ist ganz ähnlich wie in Taize nur viel lustiger. Die Schwestern kommen aus ganz vielen verschiedenen Ländern und sprechen verschiedene Sprachen. So ist das Gebet auch in mindestens fünf Sprachen gehalten. Wir bringen unsere Kerzen nach vorne zur Krippe es gibt Bibeltexte und ganz viele Lieder. Wir singen Weihnachtslieder aus allen Ländern. Bei einem afrikanischen werden jeweils die Namen der Anwesenden aufgerufen. Die/derjenige steht auf und tanzt für das Jesuskind, es war so anrührend und lustig, wir haben natürlich mitgemacht. Es folgt die Anbetung, die mich von der Stimmung her sehr an die Stille in Taize erinnert. Schließlich bekommen wir noch ein europäisches Abendessen gemacht und dann fährt und Sr Miriam Dominique um 21 Uhr bis nach Hause vor die Tür.

Was ein Tag voller Feiern und Gesprächen, Begegnungen. Bishop Geaorge hat wirklich gut und engagiert gepredigt, auch wenn es für die pastoralen Mitarbeiter mit ihren Beziehungen zu den Menschen vor Ort eine Herausforderung sein wird politisch neutral zu bleiben. An der Musik und der Stimmung beim Gottesdienst von  Flora und Didimos in Melim kommt nach meinem Geschmack keiner der anderen vorbei. Aber auch die Schwestern von Romajay habe eine wirklich wunderschöne Lebensweise und Liturgie. Obwohl sie ein betender Orden sind, sind sie doch auch so gastfreundlich und weltoffen. Ich bin dankbar.

Donnerstag, 28. Dezember 2017

28.12.2017 Natur pur

Heute morgen gab es kein Wasser um mich zu waschen. Dafür gab es am Abend keinen Strom, aber Internet, so dass wir tatsächlich mal wieder mit Wicker telefonieren konnten.

Die Wespen sehen hier etwas anders aus

Ich war um 7:15 Uhr in der Hütte der beiden, wir haben ein paar Kleinigkeiten zum Frühstück zu uns genommen - die Pizza von gestern war bei mir noch am arbeiten. Eli bringt noch die gewaschene Wäsche zu den Nachbarn und dann geht es mit einen Bike nach Shisong zu Greencare.

Der Dienstort von Ben und Till und unser Gastgeber für diesen Tag

Gemeinsam mit anderen Freiwilligen aus Deutschland und deren Familien machen wir heute eine Tageswanderung. Die Mädels haben das schon einmal am Ende der Regenzeit gemacht und waren so begeistert, dass wir das noch einmal mit dem Besuch der anderen machen. Die anderen sind Ben und seine Eltern Bettina und Terry Martin, Till mit seiner Schwester Stella, Eileen sowie Danger und Gil von Greencare.

Einweisung im Greencare Office

Greencare ist eine gemeinnützige Organisation, die im wesentlichen der Landentwicklung dient, Bäume pflanzt und Menschen dabei unterstützt, ihre Landwirtschaft nachhaltig zu gestalten. Till und Ben arbeiten als Freiwillige dort und daher gibt es für die sehr kompetente Führung durch Danger keinen vereinbarten Preis.

Die von Greencare betriebene Schule


Wir wandern von 9 Uhr ab etwa zweieinhalb Stunden, unterbrochen von Erklärungen und Demonstrationen, die mindestens genauso viel Zeit und Raum einnehmen. Danger erklärt uns zum Beispiel viele Heilpflanzen für viele Anlässe: gegen Durst oder Hunger, wenn man einen vorgewölbten Nabel hat oder offene Füße, gegen Mückenstiche (wenn kein Ohrenschmalz da ist!).

Die Reihen verhindern Erosion in der Regenzeit

Die Stechpalmen sind eine natürliche Feuerbarriere

Danger bereitet ein Nabel-Medikament

Kamerunische Schafe

Aromatest

Wir kosten Guaven, Zitronen, Orangen, süßen Palmwein von Dangers Onkel, sehen wie Yam und Kaffee angebaut wird und bei zwei kleinen Farms schauen wir zu wie der Kaffee verarbeitet wird.

Eine Arabica Pflanze
Frisch geerntete Kaffeekirschen

Die Maschine ist noch aus deutscher Zeit

In Kamerun wird kein Kaffee geröstet und getrunken. Wenn überhaupt dann Instantkaffee, welcher aber auch andere Stoffe und Zucker enthält, der dann den Leuten gesundheitliche Probleme machen und die Ärzte dann vom Verzehr abraten ;). Die Kaffeebauern verkaufen die getrockneten Bohnen dann auf dem Markt in Kumbo.

Trocknende Kaffeebohnen

Wieder ist es erstaunlich wie sehr sich die Bauern freuen uns zu sehen, uns herein bitten und ihre Früchte zum kosten anbieten. Ein Hof ganz nahe an unserem Ziel hat ziemlich viele Schweine und sie sind gut bekannt mit Danger. Wir trinken das Wasser aus dem Hahn dort, und Eli ist sich nicht sicher ob das ein Fehler ist. Aber wir beide haben nur 1,5 Liter dabei und wir sind schon fast leer und haben noch den Rückweg vor uns. Wir bleiben etwa eine halbe Stunde bei ihnen und erzählen - u.a. einer Sister von Saint Francis, die einen Aussiedlerhof vor Shisong betreiben und Milch produzieren (!). Die Sister bittet uns auf jeden Fall bei ihren Eltern reinzuschauen wenn wir weiter gehen.

Ein Weihnachtsstern grüßt am Wegesrand

Eine Guave frisch vom Baum

Die Blätter der Yam-Pflanze als Regenschutz

Der Aussiedlerhof mit viel Schwein

Keine 10 Minuten weiter stehen wir im Hof eines sympathischen alten Ehepaars,. Der Mann steht als Compound Head seinem Clan bzw. seiner großen Familie vor und ist außerdem für die umliegenden Ländereien verantwortlich. Sie reichen uns frische Organen und ein Buch, in das wir uns als Gäste Einschreiben sollen. Sie bedanken sich mehrfach dafür, dass wir ihre Gäste waren und ihre Orangen angenommen haben.

Orangen sind hier gelb

Aber sehr aromatisch

Wir kommen gegen 13 Uhr am Wasserfall an, den zu beschreiben meine Ausdrucksfähigkeit leider überschreitet. Wer wie ich früher gerne Tim und Struppi gelesen oder Indiana Jones Filme geschaut hat, der kann diese traumhaft schöne Atmosphäre eines 20 Meter hohen Wasserfalls in einem Regenwald erahnen. Hinter dem Wasserfall ist eine große Höhle, die auch sehr großen Fledermäusen (oder Flughunden?) ein Zuhause ist. Schaut euch einfach mal die Fotos an, die ich gemacht habe.





Nach einer knappen Stunde kommen wir dann in ein kleines Dorf in dem gerade ein Dorffest im Gange ist. Dort gibt es eine Taxistation und wir fahren mit einem Geländepickup ca. 15 Minuten auf einen Berg und werden von einer absolut überwältigenden Aussicht auf Täler, Felsen und Berge überrascht. Die Formen erinnerten mit an Rotchina. Eli sagt es sieht hier aus wie im Auenland und das trifft es sehr gut.



Hier oben ist Grasland und Pferde grasen freilaufend auf den Hängen. Palmen, Eukalyptus und riesige Stechpalmen von 4 Meter Höhe wachsen hier. Hier könnte ich den ganzen Tag einfach nur sitzen und gucken. Aber wir müssen uns auf den Heimweg machen.





Die Rucksäcke kommen auf die Rückbank und wir stellen uns alle auf die Ladefläche des klapprigen hochgebockten Pickups, der sich über die total zerfurchten Sandpisten arbeitet. Wir haben einen riesigen Spaß und die Leute am Straßenrand lachen, schütteln den Kopf und winken uns. Wir erwachsenen geben Danger für Greencare und seine hochinteressante Einführung heute 10000 Francs und nach einigen Missverständnissen und Verhandlungen fahren wir über Shisong nach Squares, wo Bens Familie Pizza essen geht und wir noch die Rucksäcke auf dem Markt mit Lebensmitteln voll machen und dann in unserer Lieblingsstraßenküche etwas zu Abend essen.


Wir treffen zufällig dort Ludowig, ein Freund von Berry und den beiden, und Flora und Didimos und sprechen über eine Anfrage des Kirchenvorstand von Melim an uns. Nachdem wir dort im Gottesdienst waren und dann auf der Feier der beiden mit Leuten gesprochen haben wollten sie gerne mal bei uns in SAC vorbeischauen. Die Mädels hat das einigermaßen überrascht und ein unangenehmes Gefühl hinterlassen. Irgendwie scheint es als wollten sie über uns einen Kontakt zu einer Limburger Pfarrei o.ä. aufnehmen oder ein Fundraising für ihre Kirche starten. Das ist aber nicht die Idee des Freiwilligendienstes und Flora versteht das auch. Ich nehme die Idee mit nach Hause vielleicht einen Kontakt eines Chores o.ä. zu deren Chor und Musikgruppe aufzubauen oder zu unterstützen.

Die Eltern von Ben sind total nett und der Kontakt zu ihnen hat Spaß gemacht. Bettina ist in Berlin Leiterin der Landesvertretung von McPom für Manuela Schwesig und Terry ist ein Journalist für eine amerikanischen Sender oder so. Sie werden dasselbe Flugzeug nach Hause nehmen wie ich, daher werden wir uns wenigstens dann Wiedersehen.

Ein Tag voller Ehrfurcht vor der Natur Kameruns und dem tradierten Wissen der Menschen hier geht zu Ende. Die Wiege der Menschheit. Hier geht man nicht gerade zimperlich mit der Natur um, aber mit Organisationen wie Greencare gibt es Leute, die idealistisch und pädagogisch in die Bevölkerung einwirken. Ich freue mich auf die Dusche und meinen Schlafsack, um dem Kopfkino mit den Bildern heute noch eine Chance zu geben.